2.Bundesliga Herren

Carina und Dieter im OVB-Interview zum Saisonstart!


Der TC 1860 Rosenheim ist in die 2. Tennis-Bundesliga aufgestiegen und startet nächsten Sonntag mit einem Heimspiel gegen Hainsacker. Die OVB-Sportredaktion sprach mit dem Ersten Vorstand und Sportwart Wolf-Dieter Dörfler und mit Carina Stiglauer (Zweiter Vorstand und Kassier) über die neue Saison.

Aus aktuellem Anlass: Wie beurteilen Sie die Leistung Ihres Spielers Sebastian Ofner, der es in Wimbledon sensationell bis in die 3. Runde geschafft hat?

Wolf-Dieter Dörfler: Das war wirklich sensationell. Obwohl er jetzt gegen Alexander Zverev in drei Sätzen ausgeschieden ist, hat er durch seine couragierte Spielweise voll überzeugt. Seine Entwicklung im letzten Jahr ist phänomenal.

Carina Stiglauer: Wegen Sebastian sind wir sogar bei der Liveübertragung auf Sky erwähnt worden und es wurde auch auf unser erstes Spiel mit ihm am kommenden Sonntag, ab 11 Uhr, gegen Hainsacker hingewiesen.

Ihr habt seit Jahren eine sehr österreichisch geprägte Mannschaft. Wie ist das entstanden?

Dörfler: Ich habe selbst mal in Österreich gespielt und da ist der Kontakt und die Freundschaft zu Lukas Lange entstanden. Er hat dann auch bei uns in Rosenheim gespielt und einige seiner Schützlinge spielen jetzt seit Jahren bei uns.

Der Tennis-Standort Rosenheim hat Tradition, doch es war mal eine Zeit eher ruhiger.

Dörfler: Tennis hat hier definitiv eine Tradition. Wir hatten ja auch schon mal an das Tor der zweithöchsten Liga angeklopft. Da habe ich selbst noch gespielt und auch Christopher Kas war damals bei uns. Da sind wir leider an Burghausen gescheitert. Ansonsten hat es früher auch hochkarätig besetzte Turniere gegeben und da waren die damaligen Nachwuchsstars wie zum Beispiel Boris Becker und Stefan Edberg in Rosenheim dabei. Auch beim Marc O’Polo-Cup waren spätere Weltklassespieler am Start.

1860 hat dann aber auch ein paar Klassen tiefer gespielt. Wie kam es zu dem Aufschwung?

Carina Stiglauer: Wir waren sogar nur noch in der Bezirksliga und als wir als Vorstände gewählt wurden, hat Didi Dörfler sogar selbst noch gespielt. Wir haben das hauptsächlich deshalb geschafft, weil sich unsere jungen Spieler sehr positiv entwickelt haben und immer besser geworden sind.

Dörfler: Unser großes Plus ist unsere tolle Gemeinschaft unsere familiäre Atmosphäre, die Freundschaft der Spieler untereinander, denn das große Geld können unsere Spieler hier definitiv nicht verdienen. Es ist bei uns ganz was anderes, als wenn jetzt sechs fremde Spieler zu einem Verein kommen. Viele unserer Österreicher waren praktisch schon als Jugendspieler hier in Rosenheim.

1860 Rosenheim ist jetzt nach dem Rückzug von Bruckmühl-Feldkirchen wieder der klassenhöchste Verein. Habt Ihr mal bei den Bruckmühlern nachgefragt, was da in der 2. Liga auf Euch wartet?

Dörfler: Auf alle Fälle und nach dem Rückzug von Bruckmühl-Feldkirchen profitieren wir auch von deren Know-how und wir bekommen auch ein Teil des Equipments wie Aufsteller, Sponsorentafeln und so weiter zur Verfügung gestellt. Und auch beim Sponsoring erhalten wir Unterstützung.

Mit welcher Mannschaft geht Ihr in die Saison?

Dörfler: Wir wollen auf alle Fälle mit dem Stamm unserer letzten Jahre spielen. Das ist schon wichtig, dass die Spieler zum Einsatz kommen, die auch den Aufstieg geschafft haben. Dazu kommt noch unsere neue Nummer eins Riccardo Bellotti, der schon zu Bezirksliga- und Landesliga-Zeiten bei uns gespielt hat. Er wird bei uns auf alle Fälle fünf, wenn nicht sogar mehr Einsätze haben.

Die 2. Liga ist aber auf alle Fälle eine andere Hausnummer.

Stiglauer: Organisatorisch ist es natürlich ungleich mehr Aufwand als im Vorjahr. Es gibt auf alle Fälle zu jedem Heimspiel ein Bundesliga-Magazin. Die Anlage muss man natürlich auch ganz anders herrichten, weil wir uns selbstverständlich auch von unserer besten Seite zeigen. Wir haben uns jetzt zwei Wochen Urlaub genommen, um alles bestmöglich vorzubereiten.

Dörfler: Sportlich gesehen ist es auf alle Fälle eine große Herausforderung, wobei wir uns eigentlich vor vier Wochen sicher waren, dass wir mit unserer Mannschaft nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden. Jetzt haben wir uns die Kaderlisten genauer angeschaut und da sind schon bei allen Teams Klasse-Spieler gemeldet, die teilweise um die 120 in der Weltrangliste stehen. Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir mit der Unterstützung der Rosenheimer Tennisfans den Klassenerhalt schaffen.

Wer ist denn der Topspieler der Liga?

Dörfler: Das ist definitiv Florian Mayer, der für Großhesselohe aufschlägt. Er stand Mitte Juni noch auf Platz 51 der Weltrangliste und steht aktuell auf Rang 112. Er wird mit ziemlicher Sicherheit auch beim Gastspiel in Rosenheim mit dabei sein.

„Wir hoffen auf über 400 Zuschauer bei den Heimspielen“

Stiglauer: Wir hoffen natürlich auf viel mehr Zuschauer als im letzten Jahr und rechnen, dass zu den Heimspielen mindestens 400 Tennisfans kommen. Wir werden in dieser Saison allerdings noch keine Zusatztribüne aufbauen, weil wir erst einmal die Resonanz abwarten. Das könnte man dann für die nächste Saison ins Auge fassen. Übrigens verlangen wir erstmals für Erwachsene fünf Euro Eintritt.

Wie viele Mannschaften spielen in der Liga und wer ist der Topfavorit?

Dörfler: Es sind neun Mannschaften in der Liga und wir haben vier Heimspiele und vier Auswärtsspiele. Besonders freuen wir uns natürlich auf das Derby gegen den TC Großhesselohe, der auch Topfavorit auf den Meistertitel ist.

Abschließend noch eine Frage zu Entwicklung des Tennissports in unserer Region. Wie sieht es da nach vielen mageren Jahren aus?

Stiglauer: Die Entwicklung ist zumindest bei uns im Verein gut, da aber vor allem im Breitensportbereich. Wir haben unglaublich viele Kinder. Das sind im Training über 100 Kinder, aber leistungsorientiert machen das vielleicht maximal zehn. Insgsamt ist auf der Anlage wieder viel mehr los. Als wie vor sechs Jahren angefangen haben, hatten wir 200 Mitglieder, jetzt sind es wieder über 400. Interview: H.-J. Ziegler/Thomas Neumeier

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